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Aus »Idäisches Licht. Erstes Buch«. Gedichte 2006, Vers 10817 bis 10836

TAG DER TOTEN


Ich weiß nicht, was ihr wart und was ihr schuft,
Doch spür ich eure große Gegenwart,
Wenn mich im Wald die erste Lerche ruft
Und wenn der Nachmittag die Wolken schart.

Der Morgen ist die Erstgeburt der Nacht,
Die wie der Rahm auf ihren Tiefen schäumt,
Wir sind aus Staub und einem Hauch gemacht,
Der nachther weht und unsre Wege träumt.

Was wirkt, was wirklich, ruht in eurer Hand –
Wie kann der Tag, den ihr verwunden habt
Und den ihr bunt in eurem Fächer spannt,
Enthalten, was ihr ihm nicht selber gabt?

Ihr schweigt, und dies, ein kostbares Gefäß,
Hat Raum für unser Mühn, euch zu erneun,
Und wer die Schrift, die ihm entleuchtet, läs,
Fänd Muße, sich der Wiederkehr zu freun.

Denn eurer Zeit ist unsre abgezweigt,
Und euer Schatten, der mein Auge traf,
Hat mich, wenn eines Tags die Lerche schweigt,
Geduld gelehrt für einen langen Schlaf.