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Aus »Traum von Atlantis«. Gedichte 1994, Vers 10009 bis 10024

DORESTAD


Was wir mit zitternden Händen ins Weltwetter stellen,
Was wir an Häfen, an Städten und Kreuzungen baun,
Dem sind bereit schon die alles zerbrechenden Wellen,
Über der Unterwelt Zorn, den die Augen nicht schaun.

Blüte solange der Rhein sich im Mündungslauf gabelt,
Friesische Gründung in Handwerk und Fernhandel frei,
Aber der Rhein ist es auch und agiert abgenabelt,
Schwenkt seine Arme, daß anders die Flußlandschaft sei.

So wird die Stadt nicht durch Flut und verrottete Deiche
Opfer Poseidons, der jäh und besinnungslos schlägt,
Sie muß verdursten und stirbt als gekettete Schleiche,
Weil das Gewerbe das Abseits der Lage nicht trägt.

Bald schon verfallen Paläste und endlich die Mole,
Krähenvolk kreist, wo die Hunde verenden in Not,
Trolln sich die Seelen, bevor sie der Beelzebub hole,
Zieht als Alleinherrscher durch alle Gassen der Tod.