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Aus »Heliodromus«. Gedichte 1993, Vers 7884 bis 7907

HERBSTSPUR


Sturmnacht, Sturz der Eichenstämme,
Blitzgeflamm und fernes Grollen,
Auf dem Weiher Echsenkämme,
Die in Feld und Garten rollen ...

Sind die Gitter der Giganten
Mürb, verrostet Schloß und Ketten?
Maß und Anmut, die sie bannten,
Flohn entseelte Opferstätten.

Aufruhr einigt Flut und Lohe,
Aber durch die Wiesen schreitet
Eines Unbekannten hohe
Stirn, der Genius, der dich leitet.

Er, gewähnt in Klang und Bildern,
Trägt den Mantel kühn geschwungen,
Seinen großen Wurf zu schildern,
Hat dein Reim seit je gerungen.

Sein Gespür wie sein Versprechen
Gleicht dem Blühn der Herbstzeitlosen,
Sein April wird Eis zerbrechen,
Sein Verwehn verheißt dir Rosen.

Und dein Herz, darein er glaubte,
Schlingt das Zeiten-Joch zur Schleife,
Was die Nacht dem Wandrer raubte,
Bringt sein Stern in dir zur Reife.