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Aus »Der Weiße Falter«. Gedichte 1992, Vers 7068 bis 7107

SPÄT IM JAHR


Chorus, der die Elemente
In des Dichters Traum vertritt
Und das Wort der Unsichtbaren
Aus dem Nebel tragen mag,
Läßt, bevor der aszendente
Steinbock das Gezelt erstritt,
Alles Gold des Sommers fahren
Für den dunklen Krönungstag.

Wer sich nach des Eisweins Ernte
Fand im Grotten-Turmalin,
Schwimmt forellengleich in freister
Tiefe ganz im Silberglanz,
Alles, was die Haut besternte,
Ist ein Lobgesang für ihn,
Denn der Souverän, der Meister,
Schenkte ihm den Lorbeerkranz.

Sieben Fackeln auszublasen,
Für die Hochzeit, die dir droht,
Mischt dein Atem sich mit Lethe
Und dein Sang mit dem der Flut,
Auf dem Asphodelosrasen
Wahrt allein der Pilz das Rot,
Und das Jahr, das dir verwehte,
Wird das Gift in deinem Blut.

Nichts vermag den Rausch zu dämpfen,
Ist die tiefste Nacht erreicht,
Unterm Schutt der Tempel preisen
Die Gefallenen den Krieg,
Du bist nicht ersehn zu kämpfen,
Denn dein Herz, dein Sinn ist leicht,
Was von Bronze war und Eisen,
Wandelt sich zu Gralsmusik.

Und im Klang der Philomelen,
Siehst du, an Vergessen reich,
Nur die Huldin, die sich häutet,
Was sie singt, verstehst du nicht.
Ihr Gesang kann nichts verhehlen,
Denn im Herzen seid ihr gleich,
Doch bevor dein Haupt es deutet,
Steht ein neues Jahr im Licht.