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Aus »Der Weiße Falter«. Gedichte 1992, Vers 6601 bis 6628

SCHMETTERLING


I

Falterflügel, Faltersamt,
Sind der zartste Weg ins Licht,
Wem genug die Blüte flammt,
Findet hier sein Angesicht.

Schon seit alters wird die Seel,
Mit der Sonnlust gleichgesetzt,
Duftig ist der Marschbefehl,
Leicht ist dieser Schild verletzt.

Wer die größte Schonung braucht,
Ebenso im Feld agiert,
Wer in Nektarkelche taucht,
Sorgt, daß der kein Blatt verliert.

Wenig braucht, wer innigst spart,
Wer nicht jagt und nichts zerreißt,
Wer sein Mahl im Fluge gart,
Schmetterling und selig heißt.


II

Fliege nicht im Eulenkleid,
Brülle nicht wie Bär und Leu,
Denn du mußt nicht meilenweit,
Daß die Blume dich erfreu.

Schwebe ist nicht Raserei,
Vor dem Rausche steh der Traum,
Was ihn trage, was er sei,
Fühlt der so geformte kaum.

Größten Wagemut gewann,
Wem der Wortsinn kam abhand,
Auf die Flügel kommt es an
Und die Art, wie man sie spannt.