Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Der Weiße Falter«. Gedichte 1992, Vers 6561 bis 6600

DISTELFALTER


Eh die ersten Lieder
Wort und Weise spannen,
Schirmten Mohn und Flieder
Was die Brauen sannen,
Federkiel und Tusche
Suchten frühsten Psalter,
Unterm Fliederbusche
Kam der Distelfalter.

Ritter aus Italien,
Die sich hier verpuppen,
Wo Petunien Dahlien
Schaun am Gartenschuppen.
Barfuß und in Locken
Rinnt dein goldnes Alter,
Auf der Nessel trocken
Saß der Distelfalter.

Von den Apfelsinen
Spricht die Flügelfarbe,
Dunkelbraun von Kienen
Zeigt dir manche Narbe,
Wich das Jahr der Scharen
Rarsten Zeichens Halter,
Hast du doch erfahren
Deinen Distelfalter.

Juni-Sonne brannte
Überm Gartenzaune,
Und die Mythe kannte
Einhorn, Phoenix, Faune,
Manchen Freund erträumte
Deines Pfad Gestalter,
Doch der hell Gesäumte
Blieb der Distelfalter.

Mischt das Rot den Wäldern
Ahorn im Oktober,
Sieht in Stoppelfeldern
Dich das Lied als Lober,
Küren Halm und Ähre
Traum zum Sonnenwalter,
Zog zum Mittelmeere
Heim der Distelfalter.