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Aus »Winterlandliebe«. Gedichte 2016, Vers 44145 bis 44184

MACBETH


Bös ist gut und gut ist bös,
Zwielicht spielt um frisch und faul,
Daß er dich vom Schrecken lös,
Schau dem Teufel auf das Maul.

Schwanken laß, was wahr sich wähnt,
Nur dein Ziel halt dich in Haft,
Denn des Schicksals Rachen gähnt
Dem, der es nicht selber schafft.

Glaub der Faust, dem harten Griff,
Der kein Kehllaut widerspricht,
Wer den Stein zum Strahlen schliff,
Fragt man seinen Träger nicht.

Unbemessen sei dein Los,
Unbesiegbar, wer gewann,
Denn verwunden kann dich bloß,
Was es gar nicht geben kann.

So die Hex, der Auskunft sucht
Lacht, denn größer als die Zeit
Ist, wer weiß, ihn nur verflucht
Das Gespenst Unmöglichkeit.

Aber, was wir niemals sahn,
Was dem Aug unmöglich gilt,
Ist viel weniger ein Wahn
Als des Täters Weltenbild.

Wo die Macht das Recht verstieß,
Sumpft der Boden dem Gesetz,
Daß die Wunde nie sich schließ
Und sich immer neu verletz.

Frevel folgt auf Freveltat,
Jeder Faden spinnt sich fort,
Schließlich brechen Eh und Staat,
Und zur Regel wird der Mord.

Wer auf einer Bühne schaut,
Wie Macbeth die Lande pflegt,
Weiß, sie wird erst abgebaut,
Ist der Wolf zuletzt erlegt.

Auf der Weltenbühne sind
Szenen länger oft und Akt,
Doch wer frevlerisch beginnt,
Steht auch dort am Ende nackt.