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Aus »Winterlandliebe«. Gedichte 2016, Vers 44121 bis 44144

WINTERLANDDICHTER


Sag Winterland – was meinen deine Dichter,
Seit man uns zwang zu Krieg und Waffenruhe?
Sind alle brav in Spielchen und Getue?
Sind manche gar dem Feinde Bösewichter?

Dies Land war mailich reich an Lerchenlauten,
An Löweneckerchen, die Pfand des Leuen –
Sind Enkel, die mit Blut im Mund erneuen
Den Himmel, den die Ahnen noch erschauten?

Dies Land sah oft die Schwalben niedrig fliegen,
Doch seit sie nicht mehr alle Jahre bauen –
Wo seh ich Sommertraum und Gottvertrauen
Die Wesen sprechen machen, die verschwiegen?

Dies Land rief goldner Herbst im Schwanensange,
Da kam Freund Hein sogar auf Schusters Rappen –
Wer sagt, wenn sie die Nabelschnüre kappen,
Vom Adel und vom freigebornen Range?

O Winterland, du bist nicht ohne Stimme,
Wenn auch die Wandervögel sind verschollen.
In Heiterkeit und auch in dumpfem Grollen
Entbehrt der Adler gerne Korn und Kimme.

Der Dichter, der nicht Baustein noch Orchester
Verlangt, um Gott im Volkston zu begreifen,
Darf herrlich auch in Dunkeldeutschland reifen,
Denn diesen Hanf macht Silberreif nur fester.