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Aus »Winterlandliebe«. Gedichte 2016, Vers 44096 bis 44120

ANITA SCHÜHLY ZUM ABSCHIED


Ich sah sie zwanzig Jahre nicht,
Doch tönt die Stimme mir im Ohr,
Die Milde einte mit Gewicht,
Und Adel mit Gebarn, das schlicht,
Und dabei nie den Witz verlor.

Ich dachte oft, ich kehr zum Ort,
Wo dem Klavier ich einst gelauscht
Im Haus, erfüllt vom Dichterwort.
Es lebt alldort und pflanzt sich fort,
Solang der Reichenbach da rauscht.

Doch ich blieb fern, denn alles Tun
Ist einem Lassen abgepreßt,
Der Reu ist keine Kunst immun,
Es schützt kein Eilen und kein Ruhn,
Daß uns die Möglichkeit verläßt.

Der Mann, dem Söhne sie gebar,
Ein weises Wort zum Abschied sagt,
Allein wer heiter lebt und klar
Je Meister seiner Seele war,
Und zeigt sich also unverzagt.

Solch hoher Mut ist möglich nur,
Wo Heilands Blut noch unvernarbt,
Wo euch Verlaßnen Weg und Spur
Im Finstern klang als helles Dur,
Daß ihr die Heiterkeit erwarbt.