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Aus »Winterlandliebe«. Gedichte 2016, Vers 44273 bis 44312

ZUM HEIMGANG HANS-DIETRICH SANDERS


Im hundertdritten Jahr der großen Schlacht,
Wo Omina sich mehren, daß der Feind
In seiner Gier zuletzt den Fehler macht,
Der unser Volk an seiner Wurzel eint,
Trat einer, der den Posten an der Front
Nie hergab wie der feige fette Fritz,
Vom Zwielicht in den Allverwandler-Blitz
Und nahm uns, was er ganz allein gekonnt.

Die Bibliothek verwaist, da nicht der Blick
Des Überwachen sie beherzt bewohnt,
Er schälte aus dem Anschein das Geschick,
Er sah, was in Vergeblichkeiten lohnt,
Er dachte, was der Staufer adlergleich
Beherrschte mit dem Wanderstab in eins,
Er zeigte uns das Gold im Schlick des Rheins
Und unsre Pflicht und Schuldigkeit im Reich.

Fällt der Soldat, so schließt der Kamerad
Die Reihe – doch wenn der Stratege stirbt?
Kommt Wirrnis nun und undurchdachte Tat,
Drin abendblau das Vaterland verdirbt?
Bedenke, auch des Adlers höchster Ort,
Der hohe Waffengang im deutschen Lied,
Wird einzig dem, der ohne Habe kniet
Vor Gott, der sich bezeugt im Lutherwort.

Was Friedrich steinern in Apulien hob,
Kam auf der Wartburg schließlich zur Fraktur.
Durch Auf und Ab, das deutsche Gotteslob,
Der Welt ist es ein krauses Rätsel nur.
Wer aber wirklich fühlt, die Gnadenwahl
Macht kernecht uns die frohe Botschaft froh,
Wird, inne seines Waltens Wann und Wo,
Nicht kuschen vor der Feinde Überzahl.

So sei der Denker allem Zweifel fern,
Daß wir in seiner Zucht, in seinem Sinn
Froh bleiben und die Bürde tragen gern,
Die fraglos seine war von Anbeginn.
Und in den Wolken glaube ich zu schaun
Den Spott, den auch die Ewigkeit nicht streicht,
Auf Denken, das nur zum Gehaltstag reicht
Und dabei meint, an einer Welt zu baun.