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Aus »Weckruf und Mohn«. Gedichte 1988, Vers 3229 bis 3242

NÄCHTLICHER GANG


Ich suche dich in einer fremden Stadt
Und unter fremden Sternen, die schon bald
Blutrot zur Erde falln. Die Nacht ist kalt
Für den, der geht und keine Heimat hat.

Das Laub am Rinnstein glimmt verwesend matt,
Vielleicht gar sind es Drachenschuppen. Hallt
Dort nicht ein Tropfen, bleiern, dumpf, geballt,
Und tränkt die Toten, die umhergehn, satt?

Sie sehen nicht, doch hätten sie mich Dieb
An ihrer großen Nichtigkeit erblickt,
Sie sagten dir, was ich verschweige: gib

Dich leis, ganz leis, daß keine Seel erschrickt,
Ich selber brau den Todestrank, mein Lieb,
Und dein ist all das Blut, das mich erstickt.