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Aus »Weckruf und Mohn«. Gedichte 1988, Vers 3025 bis 3038

ERTRUNKENER JÜNGLING


Er trieb und fand sein letztes Bett im Ried,
Schon schwer, nachdem er viele Stunden quoll,
Der Mond sah sein Gesicht, wo leiser Groll
Sich lila schwang um Lippenpaar und Lid.

Lautlose Klage, tief und sehnsuchtsvoll,
Die an das Ende lauer Nächte zieht,
Rief schwarze Tauben, die der Himmel mied,
Sie flogen tief, als Krähenschrei erscholl.

Und gurrten sanft ihr fern verhauchtes: Hilf!
Er schwieg, von ihrem Trauerlaut entrückt,
Als lächle er, vom ersten Tau beglückt,

Und bettete sich selbstentwandt im Schilf,
Wie sich in blasser Nonnen Leib gebückt
Gestaute Wollust himmelan verzückt.