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Aus »Weckruf und Mohn«. Gedichte 1988, Vers 3039 bis 3052

ENDYMION


Erwache nicht aus festem Schlaf – verlörst
Du nicht die Unschuld, die mein Sinnen reizt?
Und rühr die Lippen nicht, denn Sprache beizt
Zerstörender als Küsse, wenn du hörst.

Im Traum, der blind mit keiner Wonne geizt,
Ein Lindenblatt auf blauen Wassern, störst
Du treibend nicht, was du so leicht betörst,
Wenn seufzend du die schlanken Flanken spreizt.

Willst du erwachen einmal noch, da dir
Von dunklen Malen übersät der Leib,
Dein Kreuz zu tragen ungestillter Gier?

Und willst du grübeln um des Traums Verbleib
Und wieder glauben, du seist anders hier?
Als zu der Götter Spiel und Zeitvertreib?