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Aus »Unstrutleuchten. Erstes Buch«. Gedichte 2014, Vers 43617 bis 43656

KEFFER


Die Borne Maus und Esche
Vermehrn im Dorf die Maid,
Im Garten Kinderwäsche
Kuhfladen auf der Weid.
Sei auf dem Eichenfelde
Des Hochmuts Segelreffer,
Kein Jägerhorn dich melde
Auf dem Geröll am Keffer.

Noch stiller wirds am Hange,
Verwaist der Unterstand,
Du wandertest schon lange
In Thuiskons Wurzelland,
Goldammer ruft die Sichel,
Doch nirgends ein Gedeffer,
So frühe schläft der Michel
Auf dem Geröll am Keffer.

Drei Wächter auf der Mauer
Spitzbogen als Portal,
Das Moos bezeugt, daß sauer
Der Weg ins sanfte Tal.
Nur morsche Steine zeigen,
Daß hier der Has im Pfeffer,
Mit Flöten kommt der Reigen
Auf dem Geröll am Keffer.

So wähl die schlichte Strophe
Für die Geburt, geschaut,
Noch bist du nicht am Hofe,
Wo Pferdewiehern laut,
Es droht vor Tag den Muckern,
Die winselnd weckt der Kläffer,
Kein Brodeln und kein Gluckern
Auf dem Geröll am Keffer.

Dir nebelt kurz die Stirne
Das Lied, das hier entspringt,
Doch eine wilde Birne
Auf den Geschmack dich bringt.
Mag alles stehn und schweigen,
Du weiß: Dies ist ein Treffer.
Drum willst du dich verneigen
Auf dem Geröll am Keffer.