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Aus »Die alte Linde. Zweites Buch«. Gedichte 2013, Vers 42542 bis 42573

MARINUS-LINDE


Die Linde den Gemeinen gilt
Als Zeuge wie das Christentum
Einst überwand den Alpenschild
Und schuf das Reich zu Gottes Ruhm.

In Wilparting, heut kaum genannt,
Ein Rest steht eines Riesenbaums,
Den Gläubigen im Bayernland
Gilt er als Zögling dieses Traums.

Marinus kam von Rom ins Land
Und sprach von Christi Kreuzestod,
Auch wie Apostel ausgesandt,
Der uns vertraut in Wein und Brot.

Eh seine Hütte ward vom Groll
Der Alpenslawen angesteckt,
Manch Segen hier geschehn sein soll,
Weil rein er tat und unbefleckt.

Er hätte, sagt man uns, die Lind
Vor dreizehnhundert Jahrn gebracht –
Gleichwohl, was ich zerklüftet find,
Vorgängern alle Ehre macht.

Zwei Blitze, Hagel, Feuersbrunst
Gleich dreimal nahm die Holde hin,
Dies zeigt, welch eine große Gunst
Uns zwischen Isar grüßt und Inn.

Daß das Martyrium früher Zeit
Sich fortsetzt in das schale Jetzt,
Deckt eine Linden-Heiterkeit,
Daran der Höllenzahn sich wetzt.

Der Bischof aller Christenheit
Soll sein, wem nie der Glaube weicht,
Ich nenn dies Weib den Mann der Zeit,
Weil ihren Martern wenig gleicht.