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Aus »Die alte Linde. Zweites Buch«. Gedichte 2013, Vers 42574 bis 42609

ZELL


Drei Linden, die vielleicht zum Thing
Gerufen einst auf karger Flur –
Wer nur die Mächtigkeit am Ding
Betrachtet, weiß die Hälfte nur.

Denn Linden sind nicht nur im Stehn
Ausdauernd zwischen Sturm und Brand,
Selbst wo die Stämme ganz vergehn,
Sucht sich die Krone Wurzelland.

Luftwurzeln senken sich hinab,
Wird dünn das Band zu Gaias Nacht,
Eh wer den Born des Lebens kapp,
Sproßbürtig wächst der neue Schacht.

Wenn dann die alte Zeche schließt,
Zusammenfällt zu Luft und Staub,
Das Adventiv den Baum erhält,
Verlacht, daß man dem Scheine glaub.

Am Sekundären sieht man oft,
Wie weit der Stamm war einst gediehn,
So ist dem Weg, den Not verstofft,
Sehr lange Zeugenschaft verliehn.

Das Abseitsstehn vom Mittelmaß
Verrät die Dicke, die zerstob,
Was früher mal der Baum besaß,
Verrät das Alter, das ihn hob.

Wer so die Zeit zusammenschaut,
Mit solchen Spurn und Winken mißt,
Verlacht die braune Schlangenhaut,
Die guten Teiles Maske ist.

Die dünnste dieser Linden drei,
Darum nicht blind für jünger halt,
Sie ward vom Erststamm gänzlich frei
Und freut sich einer Zweitgestalt.

Gar selten strahlt so konsequent
Triumph des Lebens vor dem Stoff,
Wer dieses Bild bei Licht erkennt,
Weiß, daß er nicht vergeblich hoff.