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Aus »Die alte Linde. Zweites Buch«. Gedichte 2013, Vers 42209 bis 42240

SÖLLERLINDE


Burg Steinsberg nahe Weiler
Zeigt sonderbare Zier,
Das Mauerwerk ist heiler
Als anderorten hier,
Die Steine festgebacken,
Und wehrhaft in der Tat,
Sogar des Turmes Zacken
Sind scharfe und gerad.

Den Söller hat erklommen
Die Winterlinde frech,
Wir schauen ganz benommen,
Ob sich die Langmut räch,
Ihr Wuchs erscheint viel weiter,
Als oben man begreift,
Die schwindelfrei und heiter
In alle Winde reift.

Die Landschaft überragend
Nimmt keiner ihr das Licht,
Und wo sie Blätter tragend,
Der Turm erreicht es nicht,
Die Linden, die am Hange,
Sie einst mit Neid geschaut,
Sind abgelebt schon lange,
Weil sie dem Himmel traut.

Das Wurzelwerk verschwindet
Im Wall und keiner weiß,
Wie sie da Wasser findet,
Und sich durch Blöcke beiß,
Es heißt zwar immer wieder,
Daß Bäume bös zerstörn,
Doch dieses Stamms Gefieder
Will bloß dazugehörn.