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Aus »Die alte Linde. Erstes Buch«. Gedichte 2012, Vers 40788 bis 40807

STOLLENLINDE


Als man zu Goslar grub nach Erz
Und allertiefste Stollen trieb,
Da sorgte man, daß Lindenherz
An jeder Pforte Hüter blieb.

Das Mundloch und das Wasserloch
Hat bald ein Lindenbaum verschönt,
Am hehrsten der zum Himmel kroch
Vom Hügel, der den Lichtschacht krönt.

Zehn Meter bis er sich verzweigt,
Achtarmig, bullig, und im Rock
Das Grüngewand dem Licht verschweigt
In Perfektion den hohlen Stock.

Er steht in bester Mannbarkeit,
Nimmst Menschenjahre du mal zehn,
Er wirft den Schatten tief und weit,
Und nichts scheint fester festzustehn.

Ich glaub, die alte Kaiserstadt,
Die manchen schreckt mit ihrem Stolz,
Nicht einen Schatz zu bieten hat,
Der gleichkommt diesem Lindenholz.