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Aus »Schnitterfest«. Gedichte 2011, Vers 38957 bis 38989

NOT


I

Not – gekehrter Silbenklang dem Ton,
Irdnem, der dem Ziegel schafft das Rot,
Mangels oder der Verheißung Sohn:
Not.

Einst, so sagst du, war die Welt im Lot,
Heute wich die Freude Schmach und Fron,
Und am Hause grüßt kein froher Schlot.

Zwang und Klemme im Gedränge drohn,
Und auf Wunden ward zum Salz das Jod,
Allzuoft verschwistert sich dem Hohn
Not.


II

Not, wie auch ein Ton unhörbar schon,
Wenn der Überfluß verschmäht das Brot,
Doch dem Frevel frommt allein als Lohn
Not.

Was der Herr in seinem Garten bot,
Sah oktoberrot zuletzt Skorpion,
Bis sodann die Kleie blieb vom Schrot.

Doch sie macht die Welt auch polyphon,
Darum sterbe nie der Behemoth,
Sehnsucht sorg, daß dir im Herzen wohn
Not.


III

Not, ein Ruf und allzuoft auch Mohn,
Ärger oft die Furcht, daß solche droht,
Oder gar das Strandgut, frisch entflohn
Not.

Mancher wälzt sich in Urin und Kot,
Und vermeint dabei die Himmelszon,
Die als Lust in seinen Adern loht.

Daß die Freude geht dem Schmerz synchron,
Deute nicht als Nacht und Gottestod,
Dich bewahrt, nicht gänzlich zu verrohn,
Not.