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Aus »Schnitterfest«. Gedichte 2011, Vers 38925 bis 38956

QI


Was uns das Lykeion als Äther,
Als Quinta essentia gedacht,
Der Feinstoff der heiligen Väter,
Was droben den Sphärenglast macht,
Dem gab, unser Grübeln zu fachen
Im Kreis von Weswegen und Wie,
Der Weise im Reiche des Drachen
Die tonarme Hauchsilbe Qi.

Hier eint sich dem Nahen das Fernste,
Der Himmel dem Odem, der lebt,
Als Doppelbegrenzung dem Ernste
Gesetzt, wo der Zugriff verschwebt,
Hier wandelt die Not sich in Gnade,
Verfügt sich Gewißheit das Nie,
Es ruht als die Achse im Rade
Die tonarme Hauchsilbe Qi.

Sie lindert und weiß zu verwunden,
Sie mählt sich dem Krieg und dem Heil,
Sie zeichnet die Sucht dem Gesunden
Und nimmt an den Holzwegen teil,
Den Rächer bedroht sie als Rachen,
Als Schlund, der die Erdfeuer spie,
Den Holden beflügelt als Nachen
Die tonarme Hauchsilbe Qi.

Sie läßt sich nicht pachten und zwingen,
Verheimlicht Geburt und Verdienst,
Sie läßt sich durch Stolz nicht erringen
Und nicht, weil du demütig schienst.
Wem aber gewiß, daß ihn bade
Der Traum, der zur Schöpfung gedieh,
Dem macht alles Krumme gerade
Die tonarme Hauchsilbe Qi.