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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37709 bis 37758

FREIBERGER GYMNASIUM


Das Freiberger Gymnasium tut
Sich vieles gut auf Tradition,
Als erste Sachsens hochgemut
War die Lateinschul Bildungsgut
Vor Luthers Thesenanschlag schon.

Zum zweiten ward die Schul benannt
Nach Hans und auch nach Sophie Scholl,
Seit neunundvierzig ists bekannt,
Nun wird viel Lärm darauf verwandt,
Weil dies ja richtig wirken soll.

Daß Sowjet-Militär verfügt
Den Namenspaten diesem Haus,
Wird nicht erwähnt und nicht gerügt,
Weil man ihn liebt und dies genügt,
Auch ist der Sowjet-Ärger aus.

Die Schüler psalmodiern im Chor,
Es kämpften für ein beßres Land,
Die Scholls und breschten da sich vor,
Wo mancher liegt auf faulen Ohr
Und nennt die Rose hirnverbrannt.

Es hat getobt Vernichtungskrieg,
Ausrottung deutsches Schicksal schien.
Es ging nicht mehr um Recht und Sieg,
Welch Russ auf deiner Mutter lieg,
Fragt man in Breslau und Berlin!

Wer da im Flugblatt närrisch schreit:
O Deutscher wirf die Waffen hin!
Zeigt nur, daß er in Heiterkeit
Der Metropol dem Elend weit,
Und tückisch hofft, der Feind gewinn.

Mag sein, daß der Prozeß ein Witz,
Doch so geschiehts in jedem Staat,
Wer einräumt zweifelnd oder spitz,
Der Feind das beßre Recht besitz,
Büßt mit dem Leben diese Tat.

Als Mildrung seh ich bestenfalls
Die Jugend und Inkompetenz.
Doch wer macht solche Todesbalz,
Die selbstgelegte Schling am Hals,
Zum Vorbild für den Bildungslenz?

Nur wer das deutsche Hochgefühl
Zu wissen tief im Grunde haßt.
Wer sich Zersetzung und Gewühl
Ergeben hat und mit Asyl
Schmarotzer ruft als Dauergast.

Wenn solcher Geist an Schulen lehrt
Und selbst sich feiert noch dazu,
So wird die Jugend rings verheert,
Daß sie den Drogenrausch begehrt,
So kommt sie wie gewünscht zur Ruh.