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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37684 bis 37708

FREIBERG


Novalis nennt den Herrn der Erd,
Wer Stollen gräbt ins Schwermetall,
Der Schlägel ist das beßre Schwert,
Weil er beschenkt und nicht nur wehrt,
Und selbst ergreift den Schicksalsball.

Romantisch ist wohl auch der Sinn,
Zu säen nicht für karge Ernt,
Der Bergmann setzt sich als Beginn
Und wähnt ein Recht auf den Gewinn,
Mit dem einst Gott die Nacht besternt.

In Freiberg wuchs die Wissenschaft,
Gut auszubeuten Nacht und Grund,
Zu wissen, wann die Ader schlafft,
Daß neuem Schürfen gelt die Kraft,
Weil unersättlich ist der Mund.

Das philosophisch Disputiern
Liegt diesem neuen Eifer nicht.
Er will nicht lange Zeit verliern,
Er sucht nach Öl, das Rad zu schmiern,
Und glaubt nicht an ein Letztgericht.

Da hilf wohl nicht Poeterey,
Allein die Not macht wach und fromm.
Ob dieser Berg von Schätzen frei?
Ob dieser Tag der letzte sei?
Wir winken nur dem Engel: Komm!