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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 37644 bis 37663

SCHLOSS WOLKENSTEIN


Den Namen teilt es bloß mit einem Dichter,
Und ist kein Ort, wo Musensöhne reifen,
Der Felsvorsprung als tiefen Waldes Lichter
Läßt weit die Blicke an der Zschopau schweifen.

Obgleich befestigt, hieß dies Schloß schon frühe,
Zweihundert Jahr warn hier die Waldensteiner,
Das Ende des Geschlechts enthob der Mühe
Wettiner, weil dem Anspruch streitet keiner.

Heinrich dem Frommen wurds ein Hort der Fülle,
Sohn August schuf ein Jagdschloß, bis gewachsen
Zum Kurfürst ihm gering ward die Idylle,
Er anderswo nach Hirschen ritt und Dachsen.

Der dreißigjährge Krieg hat zwar die Mauern
Nicht abgebrannt, doch hie und da geschunden,
Und seither hieß es, auf die Beßrung lauern
Und derweil lecken links und rechts die Wunden.

Die beßren Zeiten sind noch nicht gekommen,
Die Volkskunst heizte wenigstens die Hallen,
Doch davon hat man auch nichts mehr vernommen,
Und also bleibts bei stetigen Verfallen.