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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 36494 bis 36533

VITA BENNONIS


Von Benno sei zuerst die Red,
Will preisen ich das Meißner Land,
Wer sonnenblicks im Himmel steht,
Der achtet nicht, was linkerhand
Ihn anbellt oder rechts bedroht,
Wenn die Gewalten uneins dräun,
Den hindern nicht Gewinn und Not,
Sich nur des Heilands zu erfreun.

Daß hell sein Krummstab Quellen schlug,
Mag Fabel sein und Volkes Mär,
Doch was er zu den Wenden trug,
Kam anderswo mit Schrecken her,
Ihm aber blieb die Botschaft froh
Und treu dem Herrn, der Freiheit bringt,
Die Lieb kein Ding, damit man droh,
Denn nicht vom Krieg die Lerche singt.

Das Milzner Land, wo schwarze Krum
Von Segen spricht und reiner Gnad,
Verlangt kein andres Königtum,
Als es der Sohn von Gott erbat,
Gefolgschaft heischt des Kaisers Acht,
Gehorsam das Gelübde fügt,
Doch in Gethsemane ist Nacht
Wie überall, wo Licht nicht lügt.

Wer Frieden mag, ist nicht Partei,
Drum ist ihm bald schon jede gram,
Die Welt ist nur dem Täuscher frei,
Dem Stolz, der stets ans Ende kam,
Der Fromme ist nicht Ochs noch Gaul,
Daß wer ihn vor den Karren spann,
Sein Tag ist lang und niemals faul,
Doch auf das Heil kommt alles an.

Und wer die Schöpfung als Geschenk
Begreift, dem wird das Gut beschert,
Das, wie der Herr die Wolken lenkt,
Sich unaufhörlich schenkt und mehrt,
Der zeigt dem Grimmen, der Gewalt
Als Schirmerin Gedeihns begreift,
Daß seine Schritte biblisch alt,
Daß dauern wird, was ihm gereift.