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Aus »Kursachsenspiegel«. Gedichte 2010, Vers 36678 bis 36717

DRACHENHÖHLE


Steig hinab ins Labyrinth,
Wo den Meißel schlang der Spalt,
Wenn der Kalk Figuren spinnt,
Das Getropf durch Säle hallt,
Herrscht das schweigende Gesind,
Werden Tag und Jahr nicht alt,
Doch die Fackel preis, was blind
Webt an dieser Traumgestalt.

Von dem Drachen geht die Sag,
Der die Landeskinder schlang,
Bis ein Liebender vor Tag
Gab dem Schrecken Untergang,
Als das Schuppentier im Hag
Schlummerte und war nicht bang,
Traf das Herz der Todesschlag,
Weil die Not die Furcht bezwang.

Die Geschichte mit der Hohl
Bringt ein Hänfling nur in eins,
Dem Walhalla wenig wohl
Und ein Graun der Ruf des Hains,
Ein ganz anderes Symbol
Weigert sich des Sonnenscheins,
Wo die ungetrübte Sol
Heimelt wie Gerank des Weins.

Als das Elefantenohr
Ruft man eine Fahne dort,
Dringt das Wasser granweis vor,
Es zu feinstem Tuch verdorrt,
So als obs der Fön beschwor,
Wächst ein Vorhang in dem Hort,
Seidig perlt der Sinter-Store,
Daß dir fehlt das rechte Wort.

Auch der See, der klar und grün
Schauen läßt den feinsten Lehm,
Durfte im Verborgenen blühn,
Daß der Wind kein Körnchen nehm,
Spiegel, drauf nicht Wolken sprühn,
Heiltum, das nicht aussagt, wem
Dienen die bewahrten Frühn
Mit kristallnem Diadem.