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Aus »Zweifelsbachgrund«. Gedichte 2010, Vers 35444 bis 35475

CHLOR


Das Giftgas bannt das Hohe wie das Niedre,
Es mags nicht faulig und nicht einmal moorig,
Selbst Wasser frißts, daß das Proton sich fiedre,
Die Säure stellt sich vor als unterchlorig.

Als Töter auch ein Macher Ungeschehens,
Doch sparsam muß der Bleicher damit schießen,
Es weiß sogar, im Zustand grad Entstehens
Den König der Metalle aufzuschließen.

Methan ersetzts den Wasserstoff in Schritten,
Der dritte ist beliebt bei Geiselnehmern,
Das Chloroform, beim Arzt nicht mehr gelitten,
Bricht Widerstand, macht Opfer zu bequemern.

Im Salz allein kommt dieser Geist zur Ruhe,
Doch nur wenn er Alleinherr dem Metalle,
Schiebt man ihm mehrfach Saures in die Schuhe,
Gleicht, was herauskommt, der Salpeterfalle.

Als Unkraut-Ex war solches einst im Handel,
Als Natron, weil leicht feucht, nicht gut zu brauchen,
Jedoch mit einem Kalium-K am Bandel,
Ließ die Substanz nicht nur die Köpfe rauchen.

Man fügt hinzu, was feil zu oxydieren,
Bei Phosphor ist der rote zu empfehlen,
Der weiße würde nicht so lang parieren,
Beim Attentate sich davonzustehlen.

Petroleum tuts wie Sägemehl und Zucker,
Das wichtigste der Stahl ist bei den Bomben,
Ist zugeschraubt der Körper, sei kein Gucker,
Sonst siehst du glatt ein Rübenfeld von Rhomben.

Als Zündschnur reicht am Loch die Wunderkerze,
Doch sieh nicht lang auf dieses goldne Flittern,
Und sei gewiß, daß nicht Sylvesterscherze
In diesem Rohr und den gewaltgen Splittern.