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Aus »Trichterwinde«. Gedichte 2009, Vers 33688 bis 33711

MAUERSPECHTE


Der Stahlbeton von Ulbrichts Trutzkolonnen
Mit Lacken, die als Freikunst sich verstehen,
Eroberte zur Nacht in ganzen Tonnen
Den Souvenirmarkt und selbst die Museen.

Die Spechte, die man bald im Fernsehn schaute,
Sie machten handlich was nicht mehr verteidigt,
Und meinten, nur wer diesen Schrecken baute,
Werd mit dem Abbau und Verkauf beleidigt.

Doch klebte Blut an diesem Teufelswalle,
Manch einer schwamm durchs Gitter tief im Flusse,
Ein Armlang noch, da schnappte zu die Falle,
Vom Turme kam der Tod mit scharfem Schusse.

Es dachte keiner, der beim Ball, beim Dinner
Die Reste zeigte von der deutschen Schande,
An die vom Sachzwang hingemähten Spinner,
Die zeigten, was die Wirklichkeit im Lande.

So bliebs, es gibt wohl mal Gedenkminuten,
Doch darf man dabei kein Geschäft verpassen,
Und wem ein Greul ist schon ein Nasenbluten,
Der mag sich nicht mit solchem Zeug befassen.

Doch Deutschland blutet und die Narben eitern,
Solang man froh ob der verschloßnen Ohren,
Bis zu der Einsicht muß die Einheit scheitern,
Nicht nur ein Teil hat unsern Krieg verloren.