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Aus »Trichterwinde«. Gedichte 2009, Vers 33664 bis 33687

DIE GRENZE


Wer eingesperrt ist, hegt den Wahn,
Daß hinter Turm und Stacheldraht,
Sanft schaukle einst sein Ruderkahn,
Und selbst die Raben krächzten Rat.

Es könne dort nicht finster sein,
Wo solche Fesseln keiner not,
Doch manch Gespinst ist derart fein,
Daß es nicht braucht die Farbe Rot.

War ausgemacht in Ost und West,
Der Ossi ists, der stets sich duckt,
Darum sich nicht erklären läßt,
Warum der jetzt schon wieder muckt.

Wer eingesperrt ist, hat nicht Maß
Um zu vergleichen Furcht und Mut,
Die Walze plättet Halm und Gras,
Doch reckt sich bald das grüne Blut.

An Rhein und Saar, an Lech und Inn,
Wusch Wohlstand manche Frage weiß,
Der Kerker schärft den Freiheitssinn,
Das Herz bleibt nur in Nöten heiß.

Drum ist die Grenze nicht nur Schmerz,
Die nie im Leichtsinn ich begeh,
Sie trug die Augen himmelwärts,
Weshalb ich etwas weiter seh.