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Aus »In den Isarauen«. Gedichte 2009, Vers 32094 bis 32125

ALTER SÜDFRIEDHOF


Als Pestfriedhof einst vor der Stadt
Mit achtzig Jahren Einzigkeit,
Berühmtes viel zu bieten hat
Der Acker aus der alten Zeit.

Das Denkmal für die Blutweihnacht
Zu Sendling sollt ein Löwe sein,
Als Brunnenwannung wurds gemacht,
Als Ludwig schmolz Kanonen ein.

Dies gab dem Band von Volk und Kron
Die Kraft, die hundert Jahre lacht,
Noch heut hätt gern manch Bayernsohn
Die Wittelsbacher an der Macht.

Die Gruftarkaden folgen streng
Dem Meister, der Bologna sah,
Hier gehts nicht weithin und nicht eng,
Und mancher Name geht dir nah.

Hier ruht sich Franz von Baader aus,
Auch Gärtner, Görres, Liebig, Schwind,
Schwanthaler fand sein letzten Haus,
Wo Klenze auch und Spitzweg sind.

Die Kunst, der hoch Bavaria wacht,
Und der Poet, der arm und froh,
Ich wünscht, in dieser Weltennacht
Gäb sich das Münchner Kindl so.

Wenn Dietl ihr im Schumanns trefft
Wie Angie und den Tennisstar,
Ist gut katholisch nurs Geschäft
Und tot, was einmal München war.

Drum wenn ich durch den Friedhof lauf,
Mir Freude der Gedanke gab,
Hier stünd die alte Garde auf,
Und Schickimicki sänk ins Grab.