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Aus »In den Isarauen«. Gedichte 2009, Vers 32046 bis 32093

NYMPHENBURG


Manch Tag und manche Stunde trank
Ich hier die Landschaft inszeniert,
Wo sich der Lärm und Stadtgestank
In Brunnen und Alleen verliert,
Hier liebte ich auf Gras und Bank,
Hier säumt im sonnigen Geviert
Der Rose duftendes Gerank
Pans Volk, das weiße Sockel ziert.

Die Auffahrt stimmt den Pilger ein,
Der träumt und schlendert am Kanal,
Hier gibts kein Drängeln und kein Schrein,
Stehn Nymphen auch in großer Zahl,
Die Würm bringt Mut und Frischluft rein,
Sie bannt mit Gleichmut Sorgenqual
Und sagt mir stets: So soll es sein,
Und sagte es mir tausendmal.

An der Kaskade, die den Park
Grad wie der Steiß den Menschen teilt,
Hab ich mal traurig und mal stark
Doch niemals ohne Trost geweilt,
Kraft, die das Dämmerbrack verbarg,
Treppab mit Sprühn und Tollheit eilt,
Und schwankten die Geschäfte arg,
Ward hier das Aug vom Wahn geheilt.

Die Ströme, die das Bayernland
Bemessen, sind Skulpuren hier,
Das Wasser, das mein Anschaun bannt
Grad wie den Äskulap das Tier,
Es bricht sich wild am Marmorrand,
Und sprengt sich das Gehäuse schier,
Doch sorgte kühn des Künstlers Hand,
Der Puls bleib dieser Einheit Zier.

Schau die Pagoden, Tempel, Wald,
Zum Wasser kehr ich doch zurück,
Nicht ruhts und wird doch niemals alt,
Drum ists mein eigentliches Glück,
Es ist im heißen Sommer kalt
Und winters zeigts ein grünes Stück,
Es gibt dem Herzen Mut und Halt,
Daß nichts den Herrn des Lebens bück.

Drum ists der Gärten Seelenstrang,
Es fließt und ruht und fällt und flieht,
Ihm ist vor keiner Zukunft bang,
Es meidet keines Feinds Gebiet,
Drum komm ich her, ich suchte lang,
Obgleich ich weiß, was hier geschieht,
Hier wird die Summe dem Gesang,
Drum bleibe stumm mein leichtes Lied.