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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 29779 bis 29818

SCHNEEKOPPE


Höchster Sporn im weiten Kreise,
Sagenwart und Liederschatz,
Führt auf deine Höh die Reise,
Streitet nichts den alten Satz,
Das geschaut von solcher Warte
Rachsucht, Hoffahrt, Geiz und Neid
Eines Knechtes Hasenscharte,
Dem zum Rundblick fehlt die Zeit.

Aus Krummhübel ausgezogen,
Grüßte uns der Melzergrund,
Licht und Stimmung sind gewogen,
Wenn man fährt zu früher Stund,
Da im Schlesierhaus wir rasten,
Schlängelt sich der Kammweg nackt,
Wo dem Steiger ohne Lasten
Osterwind das Haupt beflaggt.

Bundesbrüder, die wir trafen,
Hergeführt von Schrat und Ahn,
Die in Brückenberg geschlafen
Und die Hampelbaude sahn,
Teilten mit uns Brot und Laune,
Schritte, ehrfurchtvoll und leis,
Was der Berggeist rat und raune,
Sei gereimt in mancher Weis.

Wer zum Dichter ist geboren,
Weiß das meiste ungesagt,
Wenn die Echos ihn umfloren,
Hat er wohl ein Wort gewagt,
Denn der Himmel weiß zu klären,
Was da rätseln Schicht und Schrund,
Und der Wind wird auch gewähren,
Was der Hoffnung fehlt im Grund.

Also sei auch die Geschichte
Nicht Philisters Perlenspiel,
Denn im lenznen Sonnenlichte
Wächst und offenbart sich viel,
Wer die Zeit des Bergs zu fassen
Sucht, hat nicht der Fliegen acht,
Nichts dem Kleingeist anzupassen,
Hast du früh dich aufgemacht.