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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 29755 bis 29778

ZWEI WEGE


Zwei Wege führen in den Wald,
Erst brüderlich und dann getrennt,
Sich nah an Größe und Gestalt,
Daß jede Wahl in Frage ständ.

Du weiß nicht welcher welcher ist,
Weißt keinem Ziel und keinem Bann,
Doch sicher scheint, mit solcher List
Fängt meist ein Abenteuer an.

Der eine legt sich frank und flink
Durchs Dickicht nach der Aue hin,
Der andre folgt dem Gnomen-Wink
Und sucht in Rätseln Raum und Sinn.

Der eine recht und wohlbedacht,
Der andre mütterlich verbrämt,
Der eine freut sich seiner Fracht,
Der sich der andre immer schämt.

Doch danke, daß dir keiner sagt,
Was dir zum rechten Pfade fromm,
Wer nur das wohlgepflegte wagt,
Sagt nie zum Geist des Waldes: Komm!

Wenn dich die Nacht im Hain erwischt,
Leg wacker drauf den Lobesreim,
Wo dir im Laub die Natter zischt,
Findst du das Gold von Niebelheim.