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Aus »Waldeinsamkeit«. Gedichte 2008, Vers 29583 bis 29630

WEG DURCH JUNGEN WALD


Geh im Ranken und Durchwiegen,
Halbgeschatt und angenehm,
Ungebremst von Riesen stiegen
Die Gehölze aus dem Lehm,
Ihre Frische, ihr Vertrauen,
Das noch nichts von Sturmbruch weiß,
Singt die Lerche, die im Blauen
Fahrlos schwelgt im Morgenkreis.

Gertenweiche, Lindenhelle,
Frohe Gleichheit junger Schar,
Da im Mittagslicht Libelle
Meint, daß nie es anders war,
Sichtbar noch die Säfte steigen,
Klein die Kreise, die sich baun,
Endlos Vorrat, dem zu eigen,
Der bereit sein Haus zu baun.

Wer da pflanzt, schickt seinen Segen,
Nach den Ururenkeln hin,
Auf den frisch gezognen Wegen
Schaust du ersten Eigensinn,
Denn der Wald ist nicht nur Herde,
Sondern selber Hort und Hirt,
Junges Herz auf flinkem Pferde,
Später Quell- und Brunnenwirt.

Erst wenn Tod das Wissen raubte,
Gnome werkeln, Sporen sprühn,
Rührt Erfahrnes ans Geglaubte,
Scheiden Späte sich von Frühn,
Zieren Wege sich mit Schwellen,
Findst du auch das Hexenei,
Und so sagst du dem Gesellen,
Daß er besser leiser sei.

Mancher Wald hat tausend Lenze
Hier verweigert, da gewagt,
Gleichtun hier nicht Pflug und Sense,
Was da jung und was betagt,
Wo die Stämme dich umschweigen,
Bist du nur ein Falter zart,
Ihre Räusche, ihre Reigen,
Raunen dir von deutscher Art.

Aber heut bis du ihm Lichte,
Und du singst im reinen Dur,
Draußen wartet die Geschichte,
Doch der Bach sagt eignes nur,
Tau auf einem Spinnensegel
Zeigt das Aug auf heller Stirn,
Und als sei so jung die Regel,
Kann dich kein Geraun verwirrn.