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Aus »Engelke up de Muer«. Gedichte 2008, Vers 28839 bis 28870

BROOKMERLAND


Wenn du im Brookmerland zu Gast
Marienhaf gefunden hast,
Studier die Likedeelerei,
Dann kennst du auch den Friesen fast.

Daß Störtebeker herrlich sei,
Erahn in seinem Konterfei,
Drum sei Devise deiner Bahn,
Daß alle Friesen frank und frei.

Du spürst im Turm den wilden Ahn,
Und wie bei Vollmond sein Kumpan,
Den Kopf im Arm die Stufen steigt,
Schon viele Augenzeugen sahn.

Der ächzt und stöhnt und Reue zeigt,
Hat sich der Häuptlingsmaid geneigt,
Und bis Schlag dreizehn währt die Scham,
Dazu der Teufel Polka geigt.

Daß sich das Weib das Leben nahm,
Nach manchem Stockwerk müd und lahm,
Fand in der Höll die Seel nicht Ruh,
Daß sie bis heute wiederkam.

Seither zog sich der Himmel zu,
Und nicht vom Golde drückt der Schuh,
Die Kirche ist verfalln und klein,
Und leer sind Speicher, Spind und Truh.

Zum Turmbau wird hier keiner leihn,
Der große stürzte lang schon ein,
Man ahnt nicht mehr, was Glaub gekonnt,
Und schont beim Aufstieg Luft und Bein.

Doch liegt die Landschaft lind besonnt,
Drum gastlich werben Wind und Pont,
Die Wolken randet Thule-Glast
Und Möwen schrein in breiter Front.