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Aus »Engelke up de Muer«. Gedichte 2008, Vers 28871 bis 28902

CALENDARIUM HISTORICUM


Fabricius hieß der Astronom
In Osteel im Pastorenhaus,
Er spähte einst den Sternendom
Mit selbstgemachtem Werkzeug aus.

Da Mira Ceti hält er fest
Im Sternbild Walfisch, war die Zunft
Begeistert und das Küstennest
Harrt seither solcher Wiederkunft.

Er trug in den Kalender ein,
Die Wissenschaft und was geschah,
Und wollte so gerüstet sein,
Käm je ein Unstern hie und da.

Doch da das Horoskop ihm sagt,
Daß heuer sei am siebten Mai
Kein hochriskantes Werk gewagt,
Gab ihn das Wissen drob nicht frei.

Er ging den ganzen Tag nicht aus,
Bis ihm zuend schien die Gefahr,
Da ist spaziert er bloß ums Haus,
Was allerdings sein letztes war.

Ein Gänsedieb, den er gepönt,
Schlug ihn mit einem Spaten tot,
Uns lehrt dies, daß Geschick nicht schönt,
Wer schaut, was in den Sternen loht.

Der Mörder starb mit Rad und Pein,
Doch blieb verscholln manch Werk und Tat,
Das Kartenwerk der Länderein
Erst jüngst in die Geschichte trat.

Auch was der Heimat der Chronist
An Wettern schrieb, Getier und Kraut,
Für uns inzwischen werter ist
Als Uranus und seine Haut.