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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 27867 bis 27914

KICKELHAHN


Auf dem Hausberg Ilmenaus
Darfst auf schmuckem Turme stehn,
Streck den Arm zum Himmel aus,
Denn du wirst den Brocken sehn,
Hier bist du am Puls des Tanns,
Und im Herzen unserm Reich,
Und auch deines heil und ganz
Fühlt sich Wandrers Nachtlied gleich.

Nur der Himmel winkt dir zu,
Der da Freud und Schmerzen stillt,
Hier ist ganz und innig Ruh
Und die Welt dein Ebenbild,
Hier spricht Frieden im Gewieg
Hoher Fichten, raunend leis,
Wer in diese Eintracht stieg,
Ist gebettet wolkenweiß.

Schreib mit Bleistift auf das Holz,
Daß du froh bist und gefeit,
Nicht der Prunk im falschen Stolz
Hat vertrieben Weh und Leid,
Nur der Frühwind überm Kamm
Ist solch leichter Luftgesell,
Wie die Krone traut dem Stamm,
Blaut dein Auge weit und hell.

Soll die Fahrt zuende gehn,
Da das Glück sich nicht mehr mehrt?
In das Künftige zu sehen,
Ist dem Menschenkind verwehrt,
Aber was auch sei und komm,
Trag der Stunde Diamant,
Heimatlieb und herzensfromm
Durch das ahndungsreiche Land.

Der hier früher sprach und sann,
Hat das Schweigen zart gereimt,
Vieles ward verschüttet dann,
Doch solangs im Erdreich keimt,
Kommt der Pilze nächster Schub
Unverhofft und über Nacht,
Was der Schöpfer uns vergrub,
Wahrt das Siegel seiner Macht.

Also heb den Schatz erneut
Aus der Ilme Murmelsang,
Was den Liebenden erfreut,
Wissen Baum und Fels schon lang,
Nichts als Lob sei da gesagt,
Nichts als Dank empfunden tief,
Denn die Welt ward groß gewagt,
Als dein Stern im Himmel schlief.