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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 27414 bis 27453

FEUERTANZ


Feuerschlucker, Feuerspeier,
Peitsche, Kette, Stab und Seil,
Tanz der Gluten, Sternenschleier,
Goldner Ring und Flammenpfeil,
Bann der reinen Ur-Berückung,
Rausch und Wärme, Herd und Blitz:
Eine innigste Beglückung
Nimmt den Lauscher in Besitz.

Aus der Dunkelheit die Flamme,
Die sich dreht und jählings springt,
Weitend sich zum Drachenkamme,
Schlange, die sich selbst verschlingt,
Jäh verlöschend, jäh erwachend,
Lohe dann total im Raum,
Murmelnd, rauschend, wetterkrachend,
Schaust als Kind den Weltentraum.

Wie der Phoenix aus der Asche
Steigt das Licht aus Nachtgeschatt,
Daß das Aug den Flug erhasche,
Siehst du atemlos dich satt,
Doch der Tänzer, der die Leuchte
Sorgsam stimmt und kraftvoll bannt,
Hat den Träumer, den er scheuchte,
Väterlich in sichrer Hand.

Höllisch brennt das Unbedingte,
Aber dem gemeßnen Schritt
Überm Unheil, das dir winkte,
Nie die Macht des Reims entglitt,
Eingefaßt in die Sonate
Ist der Brand der Spieler nicht,
Weil der taumelnd wilde Pate
Unbeweglich im Gesicht.

Dies ist dir ein sichers Zeichen,
Daß der Geist dem Element
Herr und Spieler, seinesgleichen
Rufend, wenn das Öl verbrennt.
Wo sich so beweist der Kühne,
Schließt Musik den Tages-Ring,
Was der Gaukler schafft der Bühne,
Tut dir Gott im Schmetterling.