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Aus »Das Murmeln der Ilm«. Gedichte 2008, Vers 27342 bis 27365

TANNRODA


Meines Oheims Auserwählte
Kam einst von Tannroda her,
Als ich sechzehn Sommer zählte,
Wußte ich kein bißchen mehr.

Was die muschelkalkne Platte
Zwischen Ilm und Saale trug,
Weder Ruf noch Presse hatte,
Daß man drob besonders frug.

Wenig galt das Mittelalter
Und ein Heiltum, früh geweiht.
Doch die Sage ist ein Falter,
Der durchgaukelt Raum und Zeit.

Auf dem Lindenberg war mächtig
Freya einst in Recht und Fug,
Daß man später noch den prächtig
Goldnen Schatz zur Nacht vergrub.

Bis der Müller alles raubte,
Einen Diener bracht man um,
Weil man nicht der Unschuld glaubte,
Bleibt das Gold für immer stumm.

Also nimmt es wenig wunder,
Gleicht der Ort zerrißnen Schuhn,
Jüngst war selbst das Stadtrecht Plunder,
Und gar Ortsteil heißt er nun.