Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Marone und Morchel«. Gedichte 2009, Vers 25494 bis 25517

STINKMORCHEL


Dies ist ein Pilz fürs Aug allein,
Die Nase schon von weitem scheut,
Allein die Fliegen finden fein,
Was dieser Sporenträger streut.

Das Hexenei, dem er entsprießt,
Taugt wie ein Rettich zum Genuß,
Doch wenn daraus die Rute schießt,
Böt jedes Kosten bloß Verdruß.

Ein steifes Glied, das ädrig prall,
Die Gleba, schwarzgrün draufgeschleimt,
Spricht allzudeutlich vom Verfall,
Daß sich das Aas dem Argen reimt.

Er protzt mit seiner Männlichkeit
In Farben Tods und Totenkleids,
Wer solcherart nach Orgien schreit,
Nur seinesgleichen Minne heiz.

Daß er uns Amors Schmutzgesicht,
Ist vielleicht dumm und ungerecht,
Doch ihn stört die Verdammnis nicht,
Denn die Geschäfte gehn nicht schlecht.

Drum laß ihm neidlos die Domän,
Darin er ohnegleichen stinkt,
Es gibt doch mancherlei zu spähn,
Daraus dir größre Eintracht winkt.