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Aus »Marone und Morchel«. Gedichte 2009, Vers 25518 bis 25541

SATANSPILZ


Der schönste ist kein frommer Hirt,
Der Prunk gebiert den Übermut.
Wer wie ein Schaf gefressen wird,
Trägt karger Weste, Rock und Hut.

Der roten Poren Flammgesicht
Gemahnt an des Empörers Glanz.
Wer fußgroß von Behagen spricht,
Der kugelt sich und sagt: Ich kanns.

Die Huthaut, grau wie Schotterstein,
Erst filzig haarig, später kahl,
Sorgt wohl, daß nicht ein Kindskopf rein
Grad platze in den Schlemmersaal.

Netzstrümpfe trägt er leuchtend rot
Auf Gelbem, pornographisch prall,
Er fragt nicht, ob dies grad in Mod,
Er weiß, er war noch stets am Ball.

Er lockt, obgleich sich selbst genug,
Den Korb füllt er wie keiner ganz,
Doch wer ihn fröhlich heimwärts trug,
Tobt bald den Leib- und Magentanz.

Die Bosheit, die er uns beschert,
Ist häufig, doch nicht ohne Gnad.
Es bleib der Prächtige geehrt,
Der allem anderen zu schad.