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Aus »Marone und Morchel«. Gedichte 2009, Vers 25262 bis 25285

MARONE


Marone, du, am Wurzellauf der Lärchen,
Und auch zuhaus im alten Fichtenhaine,
Frau Holle brachte dich aus ihren Märchen,
Bist du im Korb, beflügelst du die Beine.

Kastanienbraun wies Haar von meinem Schatze,
Wohl dem, der hell dich noch darunter fände,
Unwiderstehlich wie der Fisch die Katze
Lockst du mich ins zerklüftete Gelände.

Die Röhren sind von cremegelb bis zitronen,
Im Alter wie Oliven oder Hopfen,
Die Maden schätzen ebenso Maronen,
Darum empfiehlt sich, erst mal anzuklopfen.

Der Stiel erinnert an die Wurst im Darme,
Oft bauchig oder knollig und gebogen,
Du tarnst sich oft im fast verschämten Harme,
Jedoch die Anmut hat kein Buch erlogen.

Dem Hain, der uns am Hange nach Steinbrücken
Seit alters weiß die Pfade zu verschlingen,
Gelangs mir oft auch ohngeacht der Tücken
Die fesche Braune Kappe abzuringen.

Und wär von Wünschen einer mir, ein tollster,
So wüchsest du mir aus zum Überflusse,
Ich lebte wie ein Wurm in deinem Polster,
Und wüßte nichts von Wald und Welt am Schlusse.