Willkommen

Lebenslauf

Aktuell

Werke

Publikationen

Video

Leserstimmen

Verweise

Besucherbuch

Impressum
 
voriges Gedicht nächstes Gedicht

Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 23470 bis 23509

HAINICH


Für Joachim Werneburg

Sprich das Wort geheimnisreich,
Vaters Vater sprach dir so,
Denn die Glut im Minneleich
Ist des Ahorns Herbstgeloh,
Esche, Linde, Elsbeerbaum,
Buche, Urahn allen Walds,
Finden hier noch Licht und Raum,
Wie die Katze Jagd und Balz.

Kronen, die kein Fürst mehr trägt,
Wiegen sich im sanften Fön,
Specht, der seine Hohle schlägt,
Leberblümchen, Tausendschön –
Hier verläuft sich jedes Kind
Träumerisch in Grün und Blau,
Wo Arachne silbern spinnt,
Glüht der Tropfen Morgentau.

Nacht verschlingt die Farbenpracht,
Nur der Pilz zeigt Schimmer Blaus
Von Uranus überdacht,
Grüßen Dachs und Fledermaus,
Wer sich in das Laubicht rollt,
Bis ihn früh das Eichhorn weckt,
Träumt von einem Schatz von Gold,
Den ein Echsentier bedeckt.

Doch wer weiter sucht und geht
Hört hier Stimmen herb und hell
Aus Geschlechtern, längst verweht,
Daß der Reim zum Chore schwell,
Fabelland wächst knapp am Weg,
Vorwelt mischt sich ins Gerausch,
Wer da durch die Buchen feg,
Still und ohne Grausen lausch.

Bist Gesell du Lerchensohn,
Wird dir klar, daß Vaters Ahn,
Senkte Stimme, Hand und Ton,
Denn du siedelst nah am Wahn,
Wer hier nicht die Losung weiß,
Flattert als Dämonenkost,
Da du sprichst vom Hainich leis,
Zeigt die Sonne sich im Ost.