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Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 24498 bis 24537

MORUNGEN


Das alte Schloß ein Händler kaufte
Nun sitzen Manager im Saal,
Ob jemand sich das Haar ausraufte,
Frag nicht erneut zum x-ten Mal,
Nur Splitter können wir erhaschen,
Eh sich das Weltendunkel neigt,
Der ganze Rest gehört den Flaschen,
Den gern der Flimmerkasten zeigt.

Ob uns der Dichter hier gewandelt,
Weiß niemand, wie die Melodien
Die uns die Zeit nicht mehr verhandelt,
Und schwer ists, die Bilanz zu ziehn,
Doch wirds uns anders nicht ergehen,
Auch unser Lied wird Zeit zerstörn,
Wenn wir die Wege nicht mehr sehen,
Die immer nur dem Wind gehörn.

Das Tagelied ist seine Marke,
Dies ist fürwahr das Lied der Welt,
Durch Nebel gleitet unsre Barke,
Die das Gefühl zusammenhält,
Der Abschied ist der große Meister,
Dem alle Lust nur Schmerz verleiht,
Drum wußten stets die feinren Geister,
Das er der wahre Herr der Zeit.

Die Lerche ist nur dem die frohe,
Der nicht zur Nacht das Herz verschenkt,
Daß blutig rot der Osten drohe,
Der Liebende mit Grausen denkt,
Hier ist Novalis schon getroffen,
Denn aller Klage düstre Pracht
Läßt immer nur die Umkehr hoffen,
Daß ewiglich die Liebesnacht.

Wer Sehnsucht kennt, muß immer weiter
Und immer fort, waldaus, waldein,
Und findst du keine Jakobsleiter,
So mag es wohl der Indus sein,
Schon Alexander ist gegangen
Getrieben bis zum Weltenrand,
Denn wer zu wandern angefangen,
Der kommt im Leben nie zu Stand.