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Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 23882 bis 23905

ZWISCHENDURCH


Zwischendurch sei eine kurze Glosse
Eingestreut in wuchernde Aspekte,
Denn es frug den Wandrer ein Genosse,
Welches Ziel er seinem Auge steckte.

Dichter sind gar seltne Topographen,
Kein Zementwerk steht auf ihrer Karte,
Der Geliebten, die sie gern beschlafen,
Wird ambrosisch selbst die Hasenscharte.

Manchmal sind es Namen nur und Sagen,
Daß sie ohne Sorg den Holzweg nehmen,
Manchmal läßt sie Daunenglück verzagen,
Und sie suchen nach dem Unbequemen.

Hölderlin vergleicht sie mit den Schwalben,
Denn sie achten auf die Vogelzüge,
Schwätzen sie mit selbstverliebten Alben,
Kümmert sie nicht des Pedanten Rüge.

Aichelburg gar sprach von Maulwurfshügeln,
Die sie in gepflegte Gärten setzen,
Daß sie ihre Reimlust niemals zügeln,
Wird nicht jeder Zeitgenosse schätzen.

Darum frag dich stets: was könnte reimen,
Ist die Rede auch ein Rätselgarten,
Denn der Dichter wählt sie stets zu Heimen,
Und die andern Orte können warten.