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Aus »Zwischen Dünwald und Pleiße«. Gedichte 2008, Vers 23762 bis 23797

VIOLA


Für Viola Schühly

Duftspenderin, von der man sagt,
Sie träume leis vom Sonnenschein,
Wird Brautschau ganz mit dir gewagt,
Läßt Venus selbst Vulcanus ein.

Saturn und Pan, Persephone,
Erkennen dich als holde Gift,
Daß uns entließ der Winterschnee,
Das weiß, wer deine Blüte trifft.

Zwei Blätter aufrecht in der Kron,
Sie sind von aller Zeichnung frei,
Vier ebnen mählt sich solcher Lohn,
Doch wer allhier das Stiefkind sei,

Das konnt ich nie so recht verstehn,
Weil eine Krone nicht nur Reif,
Sie ist mit einem Helm versehn,
Wenn ich die Sache recht begreif.

Im Mittelalter ward das Kraut
Gefeiert als ein Segenspfand,
Wenn man dem Perger drob vertraut,
Der solches meint im Sagenband.

Daß man als Demut rühmt den Blust,
Kam wohl von keinem Gärtner her,
Denn kaum ein Kraut rankt so robust
Und machts dem Feind mit Polstern schwer.

Bei Lochner trägt dein Blau Marie,
Auch Dürer malt den Veilchenstrauß,
Den Troubadouren Rhapsodie,
Und Goethe war bei dir zuhaus.

Da Storm dich schaut am Mühlenbach,
Bist du in Kinderfäusten froh,
Vergessen ist das Weh und Ach,
Da Frost durchbohrte Stein und Stroh.

Mög auch, wer solchen Namen trägt,
Gesegnet sein mit Himmelblau,
Daß man, eh man die Fremde frägt,
Das Heil in ihren Augen schau.