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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 21895 bis 21942

ELLENBOGEN


Erst wenn wieder Klafter und Elle
Sich fügen zu Dutzend und Gros,
Daß Himten dem Drohn sich geselle,
Dann steigt aus dem schaurigen Moos
Die deutschfromme Art zu betrachten
Die Welt, der in Rom und Paris
Manch List ward, sie ganz zu umnachten
Im Schlamm und im Leichenverlies.

Doch stehst du, wo Elle und Beuge
Vereint sind in Namen und Kraft,
So wähnst du als Rhönhimmel-Zeuge
Ein Gutstück der Freiheit geschafft,
Der Pate von Bildner und Schneider,
Drauf Wotan sein Farbwunder spannt,
Ist Einkehr für Heger und Weider
Und Schirm für das Thüringer Land.

Die Wolken, die veilchenfarb wogen,
Die Kuppe in Lieblichkeit kürn,
Sie streifen den ellenen Bogen
Wie Harfner die Saiten berührn,
Auch sind sie in Zartheit gewogen
Dem Blockhaus von Schelle und Horn,
Doch dann ist der Feind eingezogen,
Der Disteln zertritt und das Korn.

Er werkelt mit Draht und Antennen,
Ihr Summen die Lerche vertreibt,
Was heil und was heimlich zu kennen,
Dossiers er und Indizes schreibt,
Ihm ist der Magnet die Magnolie,
Ihm ist sein Register das Glück,
Was lebt, das verschweißt er in Folie,
Er läßt nur die Wüste zurück.

Geduld hat der Herr mit dem Frevler,
Und oft geht zu Wasser der Krug,
Doch Tod bringt die Schwindsucht dem Schwefler,
Der Trunkne erwacht aus dem Trug,
Und dreihundert stehn vor der Pforte,
Das Eisenach-Haus zu besehn,
Der Chor weiß das Hausrecht am Orte
Und heißt die Besatzer zu gehn.

Das Kriegsbeute-Unrecht verteidigt
Der schändliche Einungsvertrag,
Den Minnern von Windsbraut und Weidicht
Schuf Häme ihr Heimatgeklag,
Doch wissen der Wind und der Mime
Den Rhönklub als Walter des Baus,
Gott wird aus dem Heuschreck-Regime
Auch heimführn das Eisenach-Haus.