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Aus »Rhön und Rennsteig«. Gedichte 2007, Vers 21943 bis 21982

HOHE GEBA


Dicht umringt von Nebelbänken
Fasziniert sie als Koloß,
Uns ein Bild der Kraft zu schenken,
Steht sie als Hephaistos’ Sproß,
Hier der hohen Rhön zu gleichen
In verkleinerter Gestalt,
Aus im Ring der Kuppel-Zeichen
Wählt die Nymphe den Basalt.

Tauch in diese Augenweide,
Wo der Pfad sich oft verzweigt,
Unterm Himmel, dem der Heide
Wie der Christ in Ehrfurcht schweigt,
Blühen Weide, Rain und Acker
Zwischen Felsen, schroff getürmt,
Drauf der Wandervogel wacker
Mit Gesang und Klampfe stürmt.

Mancher zweifelt, ob die Weite,
Die den Sänger lockt und treibt,
Ihn zu rechtem Anschaun leite,
Meint, daß dieser unreif bleibt,
Doch wer weiß, was seine Füße
Wagen in zerrißnen Schuhn,
Sammelt unterm Herzen Süße,
Auch dem Alter gut zu tun.

Einst wird jedes Bein erlahmen,
Doch dem Geist der frühen Fahrt
Weckt ein Lerchenruf den Samen,
Spielt Merkur im Silberbart,
Wer die Götter zu erschauen
Frühtags durch die Wälder striff,
Wähnt, gewiegt von Gottvertrauen,
Noch das Totenbett als Schiff.

Hoher Blick auf hoher Warte –
Dies sei dein, für je und jetzt,
Residenz der Asenkarte
Hat den Geist ins Recht gesetzt,
Wen der Lauf der Welt nicht zügelt,
Wer erkennt, was immer gilt,
Sucht die Geba, die beflügelt,
Als der Sehnsucht Ebenbild.