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Aus »Saalisches Lied«. Gedichte 2007, Vers 21087 bis 21126

AN DER MÜNDUNG DER ILM


Hier vereint der Lengwitzgau
Seiner Wasser Taugerinn,
Daß man diese Kräfte stau,
Reicht nicht das Gefälle hin,
Müde ward der Sprudelgeist,
Den die grüne Schwermut wiegt,
Auch die Ilm, die mündend speist,
Scheint Geschichte und besiegt.

Doch wie immer, wenn die Tat
Schwer wird, treibt ein Märenschatz
Jedes Boot und jedes Rad,
Jeden Pirsch und jede Hatz,
Von Apolda kommt der Gruß,
Auch von Weimar, Ilmenau,
Von des Finsterberges Fuß,
Wo die Wetter derb und rauh.

Goethen denkt der ganze Fluß,
Der oft an der Quelle stand,
Was sich schattig winden muß,
Treibt das Lied ins weite Land,
Und du meinst den Geist zu spürn,
Der die feinen Nebel webt,
Und er soll dich weiter führn,
Daß die Burgenaue lebt.

Nicht der Main hat ihn gefaßt,
Denn er reimt im Ilme-Takt,
Die in Griesheim Gut verpraßt
Und in Dienstett fast versackt,
Um den Wüstenbach zu quelln
Und die Wipfra durchs Geklüft,
Also sagen Ilmewelln,
Daß die Maid ihr Hütchen lüft.

Wer das weich geformte schätzt,
Und die Schlingen durch den Wald,
Hat gewiß ich nicht falsch gesetzt,
Wird er hier im Lande alt,
Wo so vieles hold und scheu
Sich vermählt im Randgeschicht,
Bleibt der Brust die Muse treu,
Und der Dichter dem Gedicht.