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Aus »Orlagau«. Gedichte 2007, Vers 19662 bis 19709

FREIENORLA


Wer die Hoffnung weiß zu fühlen,
Daß der Herrgott uns erhör,
Lausche auf die Wassermühlen,
Nicht auf roten Hirschs Geröhr,
Such nicht deinen Mut zu kühlen
Sondern dich zum Flug empör,
Denke an die Thermopylen
Ans Kamel, ans Nadelöhr.

In der Orla Sterbensgröße
Blüht ein Flecken, recht und karg,
Wo Frau Holdas Sonntagsklöße
Nährten Mannen, deutsch und stark,
Dorthin deine Dichtung flöße,
Denn des Reiches Rückenmark
Sind der Mühlen Spenderschöße,
Urkraft, ewig und autark.

Zweie schaffen, unten, oben,
Und wen wunderts, daß sie frei?
Keinen fremden Herren loben,
Die da rastlos sind und zwei,
Wer zu wehren weiß dem Groben,
Wer dem Wasser Bärn entleih,
Hat noch stets das Haupt erhoben,
Ob der Feind auch mächtig sei.

Was da kommt im Himmelsflusse,
Wird zu Kraft, Gewinn und Fleiß,
Darum schau im Musenkusse
Nicht der Firne schimmernd Eis,
Trenn dich von dem falschen Schlusse,
Daß das Rad der Fremdheit Gleis,
Wahre Autoomnibusse
Führt der Wasserfall im Kreis.

Mühlen sind der Freiheit Warte,
Denn sie walten souverän,
Wo sich selber wetzt die Scharte,
Wird kein Hahn nach Hilfe krähn,
Mühlen sind die Asenkarte
Überm Pflügen, Eggen, Sän,
Wo uns schwarz die Trutz-Standarte
Schwingt der Mühlen-Kapitän.

Freienorla ward besungen,
Da der Herr von Brandensein,
Hier die Spanier so bezwungen,
Daß sie noch zuhause schrein,
Und in Deutschlands Dämmerungen
Soll es diese Freiheit sein,
Die von Mühlenkraft durchdrungen
Ostern wird mit Brot und Wein.