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Aus »Babylon des Worts«. Gedichte 2007, Vers 17708 bis 17739

SCHWARZ


Schwärze, kaltes Un und Ur,
Unbesternte Himmelsflur,
Allem früher, allem vor,
Immer Anfang, Eingang, Tor.

Schwarze Tat und schwarzes Blut,
Dunklem Lehm entkeimt das Gut,
Aus der Finsternis der Nacht
Ist noch jeder Tag erwacht.

Frage sei bei Schwarz-Magie,
Ob aus dir die Ohnmacht schrie,
Oder ob in Adern Golds,
Treibst du Schacht und Stollenholz.

Schwarzes Wort und schwarzer Scherz,
Ob Verstand spricht oder Herz,
Macht die Kunde schwer und leicht,
Daß sie tänzelt oder schleicht.

Schwarzes Kleid und schwarzer Flor,
Schwarzgebälk und lichter Chor,
Wo die Engel preisend gehn,
Darfst du einen stürzen sehn.

Flammenhaar und Lichtgestalt,
Jüngstes ist Äonen-alt,
Eh es in die Schwärze taucht,
Ist der Groll des Lichts verraucht.

Doch der Welten Zwienatur
Lehrt, daß eins des andern Uhr,
Und daß eins des anderen Pfad,
Jedem Leiden fügt sich Tat.

Darum nutz die schwarze Tracht,
Die ein Brauch dir zugedacht,
Daß die Orchidee des Glücks
Götter überrasch am Styx.